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Kulturpreis der Stadt Biel

Der Gemeinderat verleiht den Kulturpreis der Stadt Biel 2019 dem Künstlerduo «Haus am Gern». Der Preis wird auf Antrag der Kulturkommission vergeben. Der Kulturpreis wird am 26. November 2019 im Stadttheater überreicht.

Die Stadt Biel verleiht den Kulturpreis dieses Jahr dem Künstlerduo Rudolf Steiner und Barbara Meyer Cesta, die unter dem Label «Haus am Gern» tätig sind. Der Preis wird am 26. November 2019 anlässlich einer öffentlichen Feier im Stadttheater überreicht. Bei dieser Gelegenheit zeichnen die Bieler Behörden zudem das Festival plusQ'île mit der Ehrung für kulturelle Verdienste aus.

Begleitet wird die Preisverleihung von einer Aufführung der Compagnie E1NZ sowie einem musikalischen Beitrag der «Bieler Stadtmusikanten», einer Gruppe, die sich zu diesem Anlass zu Ehren des «Haus am Gern» formiert hat und aus zahlreichen renommierten Bieler Musikern besteht. Die Veranstaltung ist öffentlich und im Anschluss wird ein Apéro riche serviert.

Medienmitteilung vom 31.10.2019

Dies sind die bisherigen Gewinnerinnen und Gewinner des Kulturpreises:

2018 – Lionel Friedli

Im Jahr 2018 ehrte der Gemeinderat den Musiker Lionel Friedli für seine beispiellose Karriere im Bereich der zeitgenössischen Musik. Als wahrer Botschafter der Bieler Kultur in aller Welt tritt Lionel Friedli regelmässig sowohl in der ganzen Schweiz als auch im Ausland (USA, Europa, Asien, Lateinamerika und Australien) auf und spielt jährlich mehr als 130 Konzerte. Lionel Friedli wurde 1975 in Moutier geboren und lebt seit Anfang der 80er-Jahre in Biel. Seinen ersten Schlagzeugunterricht erhielt er im Alter von 10 Jahren an der Musikschule Biel. 2005 beendet er seine Jazzausbildung an der Musikhochschule Luzern und widmet sich seither ausschliesslich seiner Konzerttätigkeit an der Seite der weltweit hervorragendsten Jazzkünstler seiner Generation. Lionel Friedli ist an etwa zwanzig musikalischen Formationen und Projekten aktiv beteiligt und offen für die verschiedensten Trends. Er ist ein Meister der freien Improvisation sowie des modernen, experimentellen Jazz. Im Jahr 2015 zeichnete ihn die Fondation Suisa mit dem prestigeträchtigen Jazzpreis aus.

2017 – Rolf Hermann

2017 wurde der Kulturpreis für sein vielschichtiges literarisches Werk, das poetischen Tiefgang mit anarchischem und ikonoklastischem Humor verbindet, an den Künstler Rolf Hermann verliehen. Rolf Hermann, dessen Schaffen bereits mehrmals ausgezeichnet wurde, gehört auf Landesebene zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Literaturszene. Er verfasst auf Deutsch und manchmal in Mundart hauptsächlich Poesie, aber auch Prosa, Hörspiele und Theatertexte. Der aus Leuk stammende Schriftsteller (*1973) lebt seit über zehn Jahren in Biel. In seiner Wahlheimat setzt er sich intensiv für verschiedene Projekte in den Bereichen künstlerisches Schaffen und Mediation ein und ist insbesondere Dozent am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Er ist ein aussagekräftiger und wichtiger Vertreter der lebendigen Bieler Literaturszene, die von vielseitigen und multikulturellen Einflüssen inspiriert wird.

www.rolfhermann.ch

2016 – Isabelle Freymond

Mit dem Kulturpreis 2016 ehrte der Gemeinderat die junge, mehrsprachige und vielseitige Künstlerin Isabelle Freymond für ihre multikulturellen und multidisziplinären Beiträge im Bereich der Bühnenkunst. Isabelle Freymond ist 1980 in Biel geboren, schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin und sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland tätig. Sie hat insbesondere mit verschiedenen Bühnenkunst-Aktivitäten, Aufführungen für Jugendliche (Leitung Junges Theater Biel, Theater Orchester Biel Solothurn TOBS; Vorstand «à propos» Gastspiele für junges Publikum) wie auch für Erwachsene zur kulturellen Belebung und Förderung beigetragen. Sie hat die internationale Theaterschule LASSAAD in Brüssel absolviert und arbeitet mit zahlreichen Theaterensembles zusammen. Von 2003 bis 2009 sowie 2013, 2015 und 2016 war sie insbesondere im Verein «OFF SZoEN» schauspielerisch und schöpferisch tätig. Ihr Schaffen zeichnet sich durch das interdisziplinäre und mehrsprachige Experimentieren in den Bereichen Kinofilm, künstlerische Performance und Musik aus. Ihr Talent wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet (Kanton Bern, Migros-Kulturprozent).

2015 – Linus Bill & Adrien Horni

Mit dem Kulturpreis 2015 ehrte der Gemeinderat ein junges Künstlerduo, das eine ganz persönliche Handschrift entwickelt hat. Die Wege von Linus Bill und Adrien Horni (beide 1982, Biel und Genf) haben sich das erste Mal im Rahmen eines Auftrags für den Art Directors Club gekreuzt, bei dem sie den jährlichen Report der Werber auseinandergenommen haben. Seither sind die beiden mit Atelier in Biel als Arbeitsgemeinschaft in der ganzen Welt unterwegs. Ihre Kunstwerke entstehen in zwei Schritten: Am Anfang wird im Kleinformat seziert und mit allerlei Materialien, Techniken und Massstäben experimentiert. Daraus entsteht eine Art Kunstkatalog. In der zweiten Phase wird dieser Katalog aussortiert, Ideen ausgewählt und neu arrangiert. Ausgewählte Stücke werden in grossformatige Gemälde umgewandelt. Die Werke, die in Galerien weltweit ausgestellt sind, wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Prix Anderfuhren 2012 und dem Swiss Art Award 2013.

2014 – Puts Marie

2014 wurden Puts Marie in Anerkennung ihres originellen und innovativen musikalischen Werkes, dessen Qualität und Interpretationsweisen die Gruppe auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene bekannt gemacht haben, mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Puts Marie trägt zur Verbreitung der qualitativ hervorragenden alternativen Bieler Musik bei und vermittelt ein eindrückliches Bild des zeitgenössischen künstlerischen Schaffens und der Kreativität in der Stadt Biel. Die Bieler Rockband ist seit vielen Jahren auf nationalen und internationalen Bühnen zwischen hier und Mexiko unterwegs und für die Liebhaber dieser Musikrichtung eine der besten Schweizer Musikgruppen. Ihre Lieder werden regelmässig von den grossen Radiosendern in der Schweiz gespielt. Mit Puts Marie wurde der Bieler Kulturpreis erstmals an eine Rockgruppe verliehen. Gleichzeitig sollte durch diese Anerkennung auch die gesamte alternative Szene Biels geehrt und gewürdigt werden.

www.putsmarie.com

2013 – Pavel Schmidt

2013 verlieh der Gemeinderat den Kulturpreis für sein reiches künstlerisches Schaffen, das weit über die Grenzen hinausstrahlt, sowie für sein Engagement für die Bieler Kulturszene an Pavel Schmidt. Pavel Schmidt wurde 1956 in Pressburg (Bratislava) in der Slowakei geboren und wuchs in Biel und Solothurn auf. Nach der in Biel absolvierten Maturität studierte er Chemie, Physik und Mathematik in Bern. Darauf folgte ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nur wenige Künstler der Bieler Kunstszene können heute auf so viel Anerkennung grosser Persönlichkeiten zurückblicken: Nachdem Pavel Schmidt mehrere Jahre lang Assistent von Daniel Spoerri war und an der Akademie der Bildenden Künste in München unterrichtete, erarbeitete er gemeinsam mit Daniel Spoerri den Schweizer Pavillon für die Weltausstellung (Expo 1992) in Sevilla. Sein literarisches Werk und seine Theorieschriften sind umfangreich und weltweit Gegenstand vieler Artikel und Publikationen. Pavel Schmidt stellte seine Werke unter anderem im Kunsthaus Basel, bei Klaus Littmann in Basel, im Helmhaus in Zürich, bei den Triennales de sculpture in Bex, bei Artcanal, im Centre culturel suisse in Paris, in München, Karlsruhe, Hannover, Bremen, Florenz, Brüssel und einer Vielzahl von Museen und Kunstgalerien in der Schweiz, Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, den Niederlanden, der Tschechischen Republik und Griechenland, im Espace Tinguely-Nikki de Saint Phalle in Fribourg, im Centre Dürrenmatt in Neuenburg, im Museum Tinguely in Basel, im Jüdischen Museum in Berlin und an der Princeton University in den Vereinigten Staaten aus.

2012 - Noëlle Revaz

2012 zeichnete der Gemeinderat die Schriftstellerin Noëlle Revaz, welche zu den wichtigsten französischsprachigen Autorinnen der Schweiz gehört, in Anerkennung ihres qualitativ hochstehenden, originellen Werks aus. Geboren 1968 wuchs Noëlle Revaz in Vernayaz VS auf. Mit 19 verlässt sie das Wallis für ein Literaturstudium in Lausanne. Zuerst nimmt ihr Schreiben die Form von Erzählungen und Monologen für das Radio (Espace 2) an, während sie in Teilzeit Latein in Privatschulen unterrichtet. 2001 wird sie freischaffende Autorin und veröffentlicht im Jahr darauf ihren ersten Roman Rapport aux bêtes (Gallimard), der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wird, insbesondere mit dem Schiller-Preis und dem Prix Lettres-Frontière. 2009 erscheint Efina (Prix Michel-Dentan, Prix Alpha), ein Liebes- und Bessenheitsroman. Noëlle Revaz hat zwei Hörspiele für France Culture verfasst sowie Fernseh-Sketches (Le petit Silvant Illustré, La Minute kiosque). Ihre Texte wurden verschiedentlich für die Bühne adaptiert, insbesondere von der Compagnie Marin. Sie ist Mitglied des Autoren-Kollektivs Bern ist überall und bildet zusammen mit dem Bieler Autor Michael Stauffer das Duo Möe, das zweisprachige Lesungen und Performances gibt. Seit 2007 unterrichtet Noëlle Revaz am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel.

2011 – Gian Pedretti

Der Gemeinderat verlieh den Kulturpreis 2011 an Gian Pedretti, um sein reiches künstlerisches Schaffen, seine immer neue, überraschende, präzis durchdachte Interpretation der Welt sowie sein Engagement in den Bereichen visuelle Kunst und Literatur, seine Bedeutung für die Stadt Biel und deren Ausstrahlung zu würdigen. Der 1926 in Basel geborene Maler und Schriftsteller widmet sein Leben ausschliesslich seiner Kunst. Zunächst als Plastiker tätig, beschäftigt sich Gian Pedretti seit 1966 fast ausschliesslich mit der Malerei. Zu seinen Bildthemen gehören sowohl Landschaften, Porträts, Selbstporträts als auch Stilleben, in denen er die Existenz der Wesen im Spannungsfeld zwischen Sein und Nichtsein hinterfragt. Als Vertreter einer Generation von Malern, die in der Tradition der expressionistischen Ausdrucksweise stehen, zeichnet sich sein Werk sowohl durch Eigenständigkeit als auch durch Zeitgeist aus. Gian Pedretti ist Mitglied des Kunstvereins Biel. Im Jahr 2007 widmete ihm das Centre PasquArt einen grossen Rückblick.

2010 – Lucien Dubuis

Die Verleihung des Kulturpreises der Stadt Biel 2010 an den Saxophonisten, Klarinettisten und Komponisten stellte eine Anerkennung für seine seit vielen Jahren andauernde Arbeit, aber auch für sein künftiges Engagement dar. Auf der ständigen Suche nach neuen Klängen durchstreift er das musikalische Universum, setzt sich unbekümmert über Genres hinweg und bewegt sich zwischen Jazz, Freefunk, Alternative und Rock, um sein Improvisationstalent besser zu entfalten. Der 1974 geborene Lucien Dubuis spielt in verschiedenen Bands, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde er aber insbesondere mit seinen beiden Komparsen Lionel Friedli am Bass und Roman Nowka am Schlagzeug. Das «Lucien Dubuis Trio» tritt seit 1998 weltweit auf und hat bereits mehrere Alben aufgenommen. Nebst seinem eigenen künstlerischen Schaffen unterrichtet Lucien Dubuis Saxophon an der Musikschule des Berner Juras. Lucien Dubuis fühlt sich eng mit Biel verbunden. Er prägt die lokalen Bühnen sowie die lokale Musikkultur und ist zu einer ihrer Hauptfiguren sowie einem ihrer besten Botschafter geworden