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Informationen für Fachpersonen

Mit der Einführung des kantonalen Integrationsgesetzes (IntG) 2015 wurden vom Kanton Bern vier regionale Ansprechstellen Integration bestimmt. Sie sind zuständig für die Beratung von Privatpersonen, von Fachpersonen und Institutionen und für die Projektberatung im Themenbereich Migration und Integration.

Die Ansprechstellen Integration sorgen weiter für die Vernetzung der regionalen Partnerinnen und Partner und organisieren Anlässe zu Fachthemen. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern hat die Stadt Biel beauftragt, ab 2019 die Ansprechstelle Integration für die Region Biel, Seeland und Berner Jura zu führen.

Die Stadt Biel führt die Ansprechstelle Integration als Teilbereich Beratung und Vernetzung der Fachstelle Integration.

Aufgaben des Bereichs Beratung und Vernetzung

  1. Beratung von Privatpersonen (Einzelpersonen, Paare und Familien mit Migrationshintergrund) zu Themen der Integration (Sprache, Einbürgerung, Aufenthaltsstatus, Bewilligung, Arbeit, Schule, usw.)
  2. Fachberatung für Institutionen, Behörden, Fachpersonen
  3. Projektberatung für Vereine und Organisationen, die ein Integrationsprojekt entwickeln möchten
  4. Anlässse und Netzwerkarbeit

Neuzuziehende im «Berner Modell» beraten und informieren

Das kantonale Integrationsgesetz setzt beim Empfang von aus dem Ausland einreisenden Personen auf Prävention, indem es für kürzlich in der Schweiz angekommene Migrantinnen und Migranten spezifische Massnahmen festlegt. Das Integrationsgesetz sieht ein progressives Integrationsmodell vor, das auch «Berner Modell» genannt wird. Dieses Modell umfasst drei Stufen.

Die im Berner Modell vorgesehenen persönlichen Gespräche richten sich an kürzlich aus dem Ausland eingereiste Personen oder solche, die seit weniger als zwölf Monaten in einem anderen Schweizer Kanton wohnen und sich dauerhaft in der Schweiz aufhalten wollen.

1. Persönliches Gespräch bei der Wohngemeinde (erste Stufe)

Eine Person, die kürzlich in die Schweiz eingereist ist und sich in einer Gemeinde niederlässt, muss ihre Ankunft am Schalter der Einwohnerkontrolle anmelden. Die Gemeinde, welche die Person empfängt, führt ein erstes obligatorisches Gespräch durch (10–20 Minuten), um deren Informationsbedürfnisse abzuklären. Wenn die Gemeinde feststellt, dass die Person einen erhöhten Informationsbedarf hat, weist sie sie für ein vertieftes Gespräch an die Ansprechstelle Integration weiter.

2. Vertiefendes Gespräch und Beratung bei der Ansprechstelle Integration (zweite Stufe)

Die Gemeinde kann die neuzuziehende Person für ein vertiefendes Gespräch an die Ansprechstelle Integration verweisen:
 
Staatsangehörige der EU und EFTA haben ein Aufenthaltsrecht, die Gemeinde kann ihnen deshalb nur empfehlen, die Ansprechstelle Integration aufzusuchen. Empfehlungen sind erwünscht, da die Beratung den Integrationsprozess gezielt fördert. 
Für Personen ohne Aufenthaltsrecht, das heisst Staatsbürger von Drittstaaten (Nicht-EU/EFTA-Länder) kann das Gespräch obligatorisch sein, wenn die Gemeinde Informationsbedarf bei der Person feststellt. In diesem Fall spielt das Gespräch bei der Ansprechstelle Integration beim Erhalt oder der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung eine Rolle.
Die Beratungspersonen der Ansprechstelle Integration unterstützen die neu zugezogene Person in ihrem Integrationsprozess. Wenn nötig wird eine Kompetenzbewertung durchgeführt, um die spezifischen Bedürfnisse zu bestimmen (sprachliche Kompetenzen, soziales Netz, Ausbildungsniveau). Die Mitarbeitenden der Ansprechstelle Integration beraten und begleiten die neu eingewanderte Person beim Erreichen ihrer Integrationsziele.

3. Integrationsvereinbarung (dritte Stufe)

Wenn die Person aus einem Drittstaat die empfohlenen Integrationsmassnahmen nicht ausreichend umsetzt oder umsetzen kann, kann die kantonale Migrationsbehörde eine Integrationsvereinbarung abschliessen. In diesem Fall ist die Ansprechstelle Integration für die Vorbereitung, Begleitung und Kontrolle dieser Massnahme zuständig. 

Weitere Informationen:

Wichtig: Für das Ausstellen der Aufenthaltsbewilligungen ist nicht die Ansprechstelle Integration zuständig.