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Innenstadt

Die Stadtzentren stehen im Zeitalter des Onlinehandels vor grossen Herausforderungen: Läden verschwinden, Lokale stehen leer, Dienstleistungen werden digitalisiert. Um lebendig und attraktiv zu bleiben, müssen sich die Stadtzentren neu erfinden und deutlich mehr bieten als bisher. Sie müssen zum Erlebnis-, Aufenthalts- und Freizeitort werden.

Um diese weltweite Entwicklung in Biel erfolgreich zu bewältigen, hat die Stadt Biel 2018 die Interessengemeinschaft (IG) Innenstadt ins Leben gerufen. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter des Detailhandels, der Vereinigungen City Biel-Bienne und Nidaugassleist, der Gastronomie-, Bar- und Clubbetriebe, des Liegenschaftsbereichs sowie der Stadtverwaltung haben in der IG Einsitz. Sie steht unter dem Vorsitz von Stadtpräsident Erich Fehr. Die IG Innenstadt dient als Impulsgeberin und Motivatorin für eine gemeinsame Strategie zur Attraktivierung der Innenstadt.

Blick in die Zukunft

Die IG Innenstadt legt den Fokus auf die drei Handlungsfelder öffentlicher Raum, Immobilien und Marketing. Sie hat dazu als Wegweiser für alle künftigen privaten und städtischen Aktivitäten in diesen drei Bereichen das Grundlagendokument «Zukunftsbild der Bieler Innenstadt» verfasst. Es beruht auf den Resultaten der Analyse bestehender Schwachstellen durch die IG und externer Fachbüros. Kurz zusammengefasst lautet diese Analyse: Es mangelt an Aufenthaltsqualität und der Mensch muss mehr Raum erhalten.

Das «Zukunftsbild» wurde am 19. Dezember 2018 vom Gemeinderat genehmigt.

«Zukunftsbild» [pdf, 755 KB]

Massnahmen und Aktivitäten

Öffentlicher Raum – Stadt Biel als Schrittmacherin

Die Stadt ist für den öffentlichen Raum zuständig und geht mit gutem Beispiel voran. In den nächsten Jahren wird sie sich mit namhaften Investitionen engagieren und 2019 mit den Sommerinseln erste temporäre Massnahmen umsetzen. Die Sommerinseln schaffen zusätzlichen Raum zum Verweilen, Spielen und Geniessen im Stadtzentrum. Mit ihnen will die Stadt Erfahrungen sammeln und Impulse setzen.

Weiter werden mittel- und langfristige Projekte im Planungsbereich und im Baubereich initiiert. Im Planungsbereich geniesst die Nutzungsstrategie Innenstadt für die öffentlichen Räume hohe Priorität. Sie dient als Grundlage für Entscheide, welche Nutzungen (Aufenthalt, Verkehrsformen) in welchen Zonen künftig möglich sein sollen. Parallel dazu laufen die Arbeiten für das Verkehrskonzept Innenstadt und den Sachplan Velo.

Bei den Bauprojekten beginnt 2019 die Belagserneuerung des Zentralplatzes. Auch die Teilsanierung der Fassade des Kontrollgebäudes erfolgt 2019. Geplant ist weiter die etappenweise Erneuerung der Beleuchtung in der Innenstadt und in der Altstadt (2019–2021); der Start erfolgt in der Nidaugasse und in der Untergasse. Im August 2019 wurde die neu gestaltete Esplanade Laure Wyss der Bevölkerung übergeben. Weitere Projekte sind geplant.

Ein weiteres Thema ist die Bekämpfung der Lieblosigkeit: Die Aussenbereiche sind nicht nur die Visitenkarten der Läden, Geschäfte und Restaurants, sie prägen auch das Stadtbild. Neue Richtlinien sollen die Möblierung im öffentlichen Raum einheitlicher regeln. 

Immobilien – Private stehen in der Verantwortung

Im Bereich der privaten Liegenschaften kann die Stadt Biel nur beratend Einfluss nehmen.

Kurzfristig sind Zwischennutzungen vordringlich: Mit Vermietungen für eine beschränkte Zeit soll die Anzahl leerstehender Lokale reduziert werden. Die Dienststelle Wirtschaft/Statistik der Stadt Biel hat in die notwendigen Instrumente investiert und zum Beispiel Musterverträge für Pop-Up-Nutzungen erstellt. Eine flächendeckende Kampagne hat gezeigt, dass Interesse für Zwischennutzungen in der ganzen Region besteht und dass das Modell «Pop-Up» auch für Biel eine Bereicherung wäre. Leider stösst es bei vielen Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümern weiterhin auf Skepsis, obwohl es auf längere Sicht eine wichtige Investition in eine lebendige Innenstadt wäre.

Langfristig ist die Modernisierung vieler Liegenschaften notwendig, wenn die Rendite für die Eigentümerinnen und -eigentümer auch in Zukunft stimmen soll. Die erfolgreiche Stadtimmobilie der Zukunft verfügt über attraktive Wohnungen in den oberen Etagen und im Erdgeschoss über ein kleineres, bezahlbares Ladenlokal. Im Januar 2019 fand für die Bieler Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümer der Innenstadt eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema statt – organisiert durch die Stadt Biel in Zusammenarbeit mit der Kammer der Bieler Immobilien-Treuhänder (KABIT), dem Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein Regionalgruppe Biel (SIA) und der Denkmalpflege.

Marketing – gemeinsam für ein attraktives Stadtzentrum

Im November 2018 fand ein Austausch zum Thema «Digitalisierung der Bieler Innenstadt» statt. Das Fazit der über 30 anwesenden Detaillisten war, dass ein gemeinsames «Schaufenster» für die Innenstadt fehlt. Die Stadt Biel prüft zusammen mit Tourismus Biel-Seeland (TBS) und der Vereinigung City Biel-Bienne die Machbar- und Finanzierbarkeit einer attraktiven Plattform für das Einkaufen, Erleben und den Ausgang. Sie wird sich an der Finanzierung beteiligen, wenn die private Seite das gleiche Engagement erbringt.

Projekt «Zeitreise» – Innenstadt 2040

Für den Herbst 2020 ist das Projekt «Zeitreise» (Arbeitstitel) geplant. Es soll die Bevölkerung aus Biel und der Region sowie Innenstadtakteurinnen und -akteure dafür sensibilisieren, wie sich die Nutzung der Innenstadt verändern wird. Der mehrtägige Anlass soll die Innenstadt in einen (möglichen) Zustand im Jahr 2040 versetzen. Der von der Stadt Biel lanciert Anlass kommt zustande, wenn die private Seite das gleiche Engagement erbringt.

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