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Robert-Walser-Platz mit Kommunikationscenter Nahaufnahme in einer Präzisionswerkstatt Nahaufnahme von Räder in einer Präzisionsunternehmung

Innenstadtattraktivierung

Attraktivierung der Bieler Innenstadt als Einkaufs- und Erlebnisstandort: Gemeinsames Aktionsprogramm der Stadt Biel und der privaten Innenstadt-Akteure

Die Bieler Innenstadt soll eine urbane Zone mit hoher architektonischer Qualität bleiben. Sie soll Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens sein und als Visitenkarte der Stadt attraktive Einkaufs- und Erlebnismöglichkeiten bieten.

Das vom Gemeinderat verabschiedete Projekt umfasst eine Strategie und ein Aktionsprogramm, welche auf der Grundlage einer durch die «Gesellschaft für Standortanalyse und Planungen GSP AG» Zürich durchgeführten Analyse entwickelt wurden.

Das mehrjährige Aktionsprogramm umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Massnahmen, welche in einem nächsten Schritt gemeinsam mit den privaten Akteuren der Innenstadt (Liegenschaftseigentümer, Geschäftsinhaber, Leiste etc.) konkretisiert werden:

  • Durchführung eines «dialogbasierten Ideenfindungsprozesses» zur Attraktivierung des öffentlichen Raums zwischen Bahnhof und Altstadt (bspw. verkehrliche Optimierung);
  • Weitsichtige Liegenschaftserneuerungen (bspw. «digitale Shopbörse», Fachberatung Liegenschaftsentwicklung);
  • Marketing für Detailhandels- und Erlebnisangebote (bspw. Angebotsverbesserungen);
  • Verstärkung des soziokulturellen Angebots in der Innenstadt.

Die Stadt Biel initiiert die Gründung einer Interessen-Gemeinschaft (IG) Innenstadt, in welcher sich alle Interessenvertretungen und Betroffenen aus den Bereichen Detailhandel, Liegenschaftseigentümer, Verwaltung, Kultur und Freizeit etc. zusammenfinden. Eine erste Tranche des Aktionsprogramms sollte bis im Frühjahr 2018 erarbeitet werden.

Ein «Lenkungsausschuss» wird zur Aufgabe haben, das Aktionsprogramm zuhanden der Meinungsbildung und politischen Abstützung in der IG Innenstadt zu konkretisieren (Massnahmen, Verantwortlichkeiten, Termine, Budgets).

Gründe für eine Analyse der Bieler Innenstadt:

Im Jahr 2016 hat der Gemeinderat die Durchführung einer fundierten Analyse zu Stand, Risiken und Chancen der Bieler Innenstadtentwicklung beschlossen. Dafür ausschlaggebend waren folgende Elemente:

  • Allgemeine Veränderungen des Einkaufsverhaltens (Internet) und der Strategien im Detailhandel (Konsolidierung) in den letzten Jahren
  • Ladenleerstände in Biel sowie Berichte aus anderen Städten über zunehmende Ladenleerstände bzw. Umsatzrückgänge auch an guten Lagen (beispielsweise Zürcher Bahnhofstrasse)
  • Neue, innovative Ansätze für den Wandel von Ladenflächen zu Erlebnisstandorten im In- und Ausland
  • Überprüfung des Handlungsbedarfs bezüglich Innenstadtattraktivierung nach rund 20 Jahren seit der letzten grossen Initiative (diverse Infrastruktur- und Marketingmassnahmen im Hinblick auf die Expo.02)
  • Motion 20140292, Peter Moser und Cécile Wendling, FDP «Innenstadt-Attraktivierung II (oder «Rettet die Innenstadt»)» vom Stadtrat am 15.10.2015 als Postulat erheblich erklärt.

Mit der Durchführung der Analyse wurde die Gesellschaft für Standortanalysen und Planungen GSP AG Zürich beauftragt.

Wichtigste Ergebnisse der GSP-Bestandsaufnahme:

  • Der Strukturwandel im Detailhandel ist voll im Gang. Vorübergehende Leerstände und andere Transformationserscheinungen werden in den Innenstädten zur Gewohnheit werden - nicht nur in Biel.
  • Das «Geschäftsmodell Innenstadt» steht zur Debatte. Die Städte und Akteure müssen neue Antworten bzw. Angebote finden, um ihre Stellung als Anziehungs- und Treffpunkte im urbanen Raum halten zu können.
  • Die Stadt Biel ist bezüglich der Chancen und Risiken, welche dieser Strukturwandel beinhaltet, grundsätzlich keine Ausnahmeerscheinung.
  • Die wichtigsten objektiven Parameter für Standortattraktivität aus Sicht des Detailhandels (Erschliessung, Parkierungsangebot, Frequenzen) sind in Biel intakt.
  • Der Angebotsmix ist vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen Umfelds der Region gut.
  • Allerdings gibt es in Biel Faktoren, die die Risiken zusätzlich akzentuieren, die aber nicht oder nicht kurzfristig verändert werden können (Länge und Struktur der «Einkaufsachse» zwischen Bahnhof und Altstadt, Wirtschaftsstruktur mit vergleichsweise kleiner Kaufkraft).
  • Gemäss einer flächendeckenden Umfrage besteht bei den Detailhändlern in der Bieler Innenstadt eine insgesamt realistische Einschätzung bezüglich der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken ihres Standortes.

Wichtigste Empfehlungen aus dem GSP-Bericht:

  • Es gibt keinen «Befreiungsschlag», mit dem sich die Stadt Biel vor den negativen Auswirkungen des Strukturwandels kurzfristig absichern könnte.
  • Für die künftige Entwicklung der Bieler Innenstadt wird es entscheidend sein, dass sie ein qualitativ hochwertiges Umfeld für einen nachhaltigen Nutzungsmix bietet, wobei unter «nachhaltig» eine gute Balance zwischen traditionellen Ladenflächen und weiteren Nutzungen (Showrooms, Freizeit, Dienstleistungen, Wohnen) verstanden wird.
  • Die verschiedenen Akteure im Umfeld der Innenstadtentwicklung (Detailhändler, Liegenschaftseigentümerinnen/-eigentümer, Behörde) bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Keine einzelne Gruppe kann die Herausforderungen alleine meistern, auch die politische Behörde nicht.
  • Flankierend entscheidend ist auch die übergeordnete Standortentwicklung Biels (Entwicklung der Arbeitsplätze, des Infrastrukturangebotes und der allgemeinen Lebensqualität). Diese Elemente sind jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Strategie, sondern stehen im Fokus anderer politischer Führungsinstrumente des Gemeinderates (Legislaturziele, Strategieprozess parallel zur Revision der Stadtordnung).
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