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Verjüngunskur für 83-jährige Kanalisation

(05.07.2017)

Die Stadt Biel saniert derzeit einen 527 Meter langen Abschnitt der Kanalisation an der Jakob-Stämpfli-Strasse und macht ihn fit für die nächsten Jahrzehnte. Da es sich um eine Innensanierung handelt, sind die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung gering.

Die 1934 gebaute Kanalisation unter der Jakob-Stämpfli-Strasse zwischen dem Grünweg und der Falkenstrasse ist trotz ihres hohen Alters in einem relativ guten Zustand. Dennoch weist sie Abnützungserscheinungen auf. Die Schäden gefährden die Dichtigkeit des Bauwerks. Das Risiko wächst, dass Schmutzwasser ins Grundwasser austritt. Deshalb beschloss der Gemeinderat letzten Herbst, die defekten Stellen zu reparieren. Nach Beginn der Arbeiten Anfang März stellte sich heraus, dass die Schäden grösser sind als vermutet. Die ständige Feuchtigkeit in der Kanalisation sowie biologische und chemischen Substanzen haben den Beton im ganzen Gewölbe angegriffen.

Reparatur und Schutzmassnahmen

Angesichts dieser Erkenntnisse hat der Gemeinderat zusätzliche Sanierungsmassnahmen beschlossen. Anstelle der ursprünglich geplanten Reparatur der grösseren Risse und Spalten mit Spezialmörtel erhält das ganze Kanalisationsgewölbe jetzt einen zweischichtigen Überzug aus zwei verschiedenen Spezialmörteln, der den darunter liegenden Beton vor weiterer Zersetzung schützt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis August und erhöhen die Kosten der Kanalisationssanierung auf 700 000 Franken.

Der zusätzliche Aufwand lohne sich, erklärte am Mittwoch an einer Medienorientierung der Leiter der Abteilung Infrastruktur, Roger Racordon: «Dank dem schützenden Überzug bleibt die Kanalisation in diesem Abschnitt für mindestens 40 oder 50 weitere Jahre dicht und funktionsfähig.» Der Zeitpunkt für die Gesamtsanierung sei günstig, weil die Jakob-Stämpfli-Strasse derzeit wegen der Neugestaltung sowieso eine Baustelle sei. Von den Arbeiten in der Kanalisation sehe und höre man oberirdisch zwar nicht viel. Die Baustelleninstallationen verursachten trotzdem gewisse Beeinträchtigungen. Diese würden in der jetzigen Situation aber als weniger störend empfunden, als wenn sie erst nach Abschluss der Neugestaltung der Jakob-Stämpfli-Strasse durchgeführt würden.

Daueraufgabe Werterhalt

Für Roger Racordon ist das Sanierungsprojekt ein gutes Beispiel dafür, wie die Lebensdauer öffentlicher Infrastrukturanlagen durch vorausschauenden Unterhalt verlängert werden kann: «Wenn wir warten, bis die Schäden zu gross sind, müssen wir irgend einmal die ganze Kanalisation ersetzen. Das würde mehrere Millionen Franke kosten.» Finanziert werden Investitionen ins Kanalisationsnetz nicht mit Steuergeldern sondern mit den Abwassergebühren. Die Einnahmen müssen den langfristigen Werterhalt der Abwasserinfrastruktur sicherstellen.

Bieler Kanalisationsinfrastruktur

Die Stadt Biel betreibt ein Kanalisationsnetz von ca. 170 km Länge (ohne Hausanschlüsse), zudem 10 Abwasserpumpstationen, 8 Regenklärbecken und 2 Regenrückhaltebecken. Der Wiederbeschaffungswert für diese Infrastrukturen beträgt rund 440 Mio. Franken, der jährliche Finanzbedarf allein für die Werterhaltung etwa 6 Mio. Franken.

Der Abschnitt an der J.-Stämpfli-Strasse, der derzeit saniert wird, ist 527 m lang, das ovale Kanalisationsgewölbe hier 120 bis 135 cm breit und 180 bis 195 cm hoch. Es kann bei Starkniederschlägen bis zu 3500 Liter pro Sekunde aufnehmen (Abfluss bei Trockenwetter: ca. 150 l/s). Das Bauwerk entwässert etwa einen Fünftel der bebauten Fläche der Stadt Biel, die Abwassermenge entspricht jener, welche 22 600 Personen durchschnittlich verursachen. Das Abwasser stammt von privaten und industriellen Verursachern aus dem Ostteil Biels (inkl. Industriegebiet Bözingenfeld) sowie aus den Gemeinden Péry-La Heutte, Sauge und Orvin.

Weitere Auskünfte erteilt:

Roger Racordon
Leiter Infrastruktur der Direktion Bau, Energie und Umwelt
T: 032 326 16 51





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