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Biel wird Heimat für Schmetterlinge

(03.04.2017)

Die Lebensräume von Schmetterlingen und Raupen verschwinden immer mehr. Viele Falter sind vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Diese Tiere erfüllen im ganzen Ökosystem eine wichtige Rolle, deshalb ist es wichtig, sie zu schützen und zu fördern.
Genau das strebt die Stadt Biel zusammen mit dem Verein Stadtschmetterlinge an.

In der Schweiz leben zirka 3'600 verschiedene Arten von Tieren, die auf der Liste der national prioritären Arten stehen. Sie kommen hauptsächlich in der Schweiz und nicht in umliegenden Ländern vor. Deshalb hat die Schweiz für diese Arten eine besondere Verantwortung. 198 dieser prioritären Arten sind Schmetterlinge. Leider ist der Niedergang der Schmetterlinge besonders augenfällig. Keine andere Tiergruppe hat in den letzten Jahrzehnten so grosse Einbussen erlitten wie die der Tagfalter. 1994 standen 113 (58%) von 196 Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Seit 2002 benötigen 56 Tagfalterarten (29%) ein Schutzprogramm, um zu überleben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die wichtigste Ursache ist ganz klar die Zerstörung ihrer Lebensräume.
Die Landwirtschaft ist viel zu intensiv (unter anderem durch Monokulturen und Überdüngung) und es werden zu viele Pestizide eingesetzt.

Nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge sind sehr wichtig für die Bestäubung von vielen Pflanzen. Die Anpassung der Blumen an einzelne Bestäubergruppen hat zu bestimmten Merkmalen der Blüten geführt. Demnach können nur bestimmte Schmetterlingsarten diese Blüten bestäuben. Wenn diese Schmetterlinge fehlen, verschwinden auch die Blumen. Zudem würde ohne diese Insekten ein wichtiger Teil im Ökosystem fehlen. Nicht nur das natürliche Gleichgewicht wäre in Gefahr, sondern auch in der Nahrungsmittelproduktion könnte es demnach in Zukunft zu Engpässen kommen.

Aus diesen Gründen, und weil – im Gegensatz zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen – die urbanen Grünflächen weniger intensiv bewirtschaftet werden, setzt sich der Verein Stadtschmetterlinge für die Förderung der Schmetterlinge im urbanen Raum ein. Da die Stadt Biel dieses Streben unterstützt, hat sie sich entschieden, in einem vom Verein Stadtschmetterlinge entwickelten Pilotprojekt drei ausgewählte Grünflächen in Wildblumenwiesen umzugestalten, um so etwas zur Förderung der Schmetterlinge in Biel beizutragen. Es handelt sich um folgende Flächen:

  • Im Pärkli beim Altersheim Cristal (vis-à-vis Restaurant Cristal, Erlacherweg 40)
  • Bei der Tissot-Arena Süd, an der Stichstrasse zum Längfeldweg
  • Bei der Einfahrt zum Autobahntunnel am Mettlenweg.

Es werden ausschliesslich einheimische Samenmischungen (UFA-Ruderalflora CH sowie UFAWildblumenwiese Original CH-G) gesät. Die Bewirtschaftung durch die Stadtgärtnerei erfolgt ohne Einsatz von synthetischem Dünger, Insektiziden sowie Torfprodukten und es wird nur noch zweimal im Jahr gemäht. Dank dem Partner des Vereines Stadtschmetterlinge, Papa Papillon, werden einmalig auf den drei Wiesen diverse Raupen ausgesetzt. Somit ist die Ansiedlung der Schmetterlingen besser gewährleistet.

Beitrag Festival der Natur
Das Festival der Natur findet landesweit vom 19. Mai 2017 bis 21. Mai 2017 statt.
Am Samstag, 20. Mai 2017, haben alle Bewohnerinnen und Bewohner von Biel und Umgebung Gelegenheit, sich von 9.00 bis 14.00 Uhr am Informationsstand an der Mühlebrücke über das Projekt zu informieren. Kinder erhalten beim Besuch einen Gratiseintritt für das Papillorama in Kerzers.
Zudem besteht die Möglichkeit an einer Exkursion mit dem bekannten Schmetterlingsexperten Papa Papillon teilzunehmen. Dabei können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selber ein Bild von den angesäten Flächen machen. Die Exkursion startet am 20. Mai 2017 um 14.00 Uhr beim Informationsstand bei der Mühlebrücke.

So einfach können Sie Zuhause unseren einheimischen Schmetterlingen helfen:

  • Mehr einheimische Pflanzen und weniger Exoten pflanzen http://www.meisearbon.ch/wp-content/uploads/2016/05/14-Pflanzenlisten.pdf 
  • Kein synthetischer Dünger, keine Insektizide und keine Torfprodukte benutzen;
  • Asthaufen, Totholz fürs Überwintern von Eier/Larven/Puppen liegen lassen;
  • Raupen nicht bekämpfen; die Pflanzen erholen sich von den Fressschäden;
  • Weniger Rasen mähen; dafür Wildblumen wachsen lassen;
  • Eine Ecke im Garten komplett unberührt lassen;
  • Von den Küchenkräutern nur einen Teil ernten und die verwelkten Pflanzen stehen lassen;
  • Mit Wildfenchel können die wunderschönen Schwalbenschwänze unterstützt werden;
  • Schmetterlinge mögen alle duftenden Blumen und Pflanzen.

Weitere Auskünfte erteilen:

Markus Brentano
Leiter Stadtgärtnerei und Friedhöfe
T: 032 326 26 63

Verein Stadtschmetterlinge
Annette Arriëns T: 079 254 60 62 (D)
Hannes Blaser T: 079 537 51 93 (F)



zitronenfalter Gonepteryx rhamni
Schwalbenschwanz Raupe


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